25. Mai 2021

Foto: Bernardo Bader

 

Wertschätzung, Vertrauen und Bodenständigkeit

Bernardo Bader ist einer der bekanntesten Architekten Vorarlbergs – und das weit über die Landesgrenzen hinaus. Allüren hat der Bregenzerwälder dennoch keine. Er fokussiert sich stattdessen auch nach zahlreichen Auszeichnungen auf das, worauf es ankommt: Wertschätzung, Vertrauen und Bodenständigkeit.

Für Bernardo Bader war keineswegs von Anfang an klar, dass er Architekt werden will. „Ich hatte mir genauso gut einen handwerklichen Beruf vorstellen können“, sagt der 47-Jährige. Druck von zu Hause, eine akademische Laufbahn einzuschlagen, gab es ebenfalls nicht. Vielleicht war es deshalb für den gebürtigen Bregenzerwälder von Anfang an möglich, den Dingen ihren Lauf und ihre Zeit zu lassen. Der Erfolg hat sich trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, schon früh eingestellt. Davon zeugen unter anderem die zahlreichen Auszeichnungen der vergangenen Jahre. Doch auch diese nimmt Bader gelassen: „Auszeichnungen sind eine fachlich fundierte Bestätigung, das freut uns natürlich. Aber erfolgreich ist für mich ein Projekt dann, wenn die Nutzerinnen und Nutzer zufrieden sind. Wenn ein Gebäude funktioniert und gut angenommen wird.“

So offen und unvoreingenommen wie möglich Bernardo Bader beschäftigt sich intensiv mit einem Projekt, lange bevor die eigentliche Planung beginnt. Macht sich mit dem Ort, der Nutzung und vor allem mit den Menschen vertraut. Nicht am Schreibtisch, sondern dort, wo ein Gebäude entstehen soll. „Ich gehe so offen und unvoreingenommen wie möglich an eine neue Aufgabe heran“, sagt Bader. Denn es gehe ums Finden von Synergien zwischen Ort, Nutzung und Mensch – und nicht ums Erfinden von Architektur, die auf Fotos gut aussieht. Eitelkeiten sind dem Krumbacher ohnedies fremd. Genauso wie Branchendenken. Er spricht die Sprache der Bauherrinnen und Bauherren ebenso wie jene der Behörden und ganz besonders jene der Handwerkerinnen und Handwerker.

„Wertschätzung und Vertrauen sind die Basis für jede erfolgreiche Arbeit“, ist Bader überzeugt.

Dazu gehört auch, andere ihre Arbeit machen zu lassen, eben im Vertrauen, dass sie ihre Sache gut machen werden. Das mag daran liegen, dass Bernardo Bader fest im Bregenzerwald verwurzelt ist. Einer Region, die bekannt ist für ihr Handwerk und in der Tradition denselben hohen Stellenwert hat wie Innovation. Nicht zuletzt deshalb ist Bader auch ein großer Freund der dualen Ausbildung. „Wenn jemand ein Handwerk in einem Betrieb lernt, hat das Anerkennung verdient“, so Bader. „Eine Lehre zu machen ist kein Zeichen dafür, dass es zum Studieren nicht reicht.“

Bernardo Bader wurde 1974 in Lingenau geboren. Sein Architekturstudium in Innsbruck hat er mit Auszeichnung abgeschlossen. 2003 gründete Bader ein eigenes Büro und ist seit 2006 staatlich befugter und beeidigter Ziviltechniker. Er lehrt an der Hochschule St. Gallen und seit 2012 an der Universität in Liechtenstein. Neben zahlreichen regionalen Holzbau- und Bauherrenpreisen erlangt die Architektur von Bernardo Bader Architekten auch international immer wieder höchste Anerkennung.